Der Umweltgarten by yola



Der Umweltgarten

Willst du eine Stunde
 glücklich sein,

so betrinke dich.
Willst du für drei Tage glücklich sein, so heirate.
Willst du für acht Tage glücklich sein,
so schlachte ein Rind und
gib ein Festessen.

Willst du aber ein Leben lang glücklich sein,
so schaffe dir einen Garten.

Sprichwort aus China


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Die Vielfalt


Mein Garten ist anders, keiner im klassischen Sinne, mit eigenem Grundstück und Zaun oder Hecke herum. Er liegt inmitten einer südlichen Metropole, für jeden sicht- und begehbar, ohne Umfriedung offen da.

Mein Umweltgarten ist ein Ort der Pause für alle Generationen und Nationalitäten, für Nachbarn und Heimatlose, für Rastlose und Besonnene, für Kinder und Rentner, Reiche und Arme, Dichter und Denker - sprich für all jene, die stehen bleiben, innehalten und dem rastlosen hektischen Treiben der Stadt, wenigstens für einen kleinen Moment, entfliehen wollen. Der grüne Raum tut Mensch und Tier gleicher maßen gut, beschwingt, ist heilsam und nahrhaft. Der zwanglose Rastplatz verwöhnt die Sinne und ist zugleich genügsam und anspruchslos, weil Blumen, Kräuter, Sträucher und Bäume entsprechend ihrer Art, Bedürfnissen und Anforderungen cultiviert werden.

Grüne Lebewesen lieben die Menschen, obwohl die ihnen, all zu oft aus Unverständnis oder Profit-Gier, zum Verhängnis werden können. Sie suchen die Nähe des Menschen und geben mit ihrer Pracht und Fülle dem Homo Sapiens mehr zurück als ein Quid pro quo – wenn wir die Kreisläufe der Natur erkennen, verstehen und ihrer gewahr werden. So kann ein Garten zu einem universellen, synergetischen, kommunikativen Raum werden, zu einem Mikrokosmos unserer Weltwahrnehmung und einem Abbild der gesellschaftlichen und politischen Realität in unserem Land.

Von all dem werden sie im Lauf der Zeit mehr erfahren. Hier erst mal seine eigenwillige Entstehungsgeschichte:

Seit vielen Jahren schon wohne ich in einer Genossenschaftswohnanlage. Früher gab es mal einen Hausmeister, der Pflanzen und Blumen liebte und auch was davon verstand. Aber mit seinem Tod und im Lauf der Zeit wurde alles anders. Mit dem neuen „Facility Management“ kam es, dass der Grünbereich nicht mehr sachgerecht gepflegt wurde. So ging ich jahrelang an einem sichtbar dahin vegetierenden Fichten-Gerippe vorbei. Ein tag-tägliches Trauerspiel, das demotiviert ungemein, kann ich ihnen sagen.

Alsbald schlaue Gartenbücher gelesen und mit Gartenprofis gesprochen. Das Internet als Informationsquelle war damals noch nicht so ausgeprägt wie heute. Mit dem Wissen im Gepäck und mit einem neuem Bewusstsein die Landschaft, Parks und Gartenanlagen beobachtet, nachgedacht, abgewartet - mich selbst gefragt, ob ich eine grüne Verantwortung in mein Leben integrieren kann und will.

Der Blick auf die Bodenbeschaffenheit ernüchternd. Erste Versuche mit einem Spaten hoffnungslos. Der Boden ist so hart verdichtet wie Beton, ohne Bagger keine Chance. Der Grund gehört mir nicht und die Zeit mangelt bei einer Sechzig-Stunden-Arbeits-Woche. Zu meiner Trauer über die siechende Fläche gesellte sich im Lauf der Zeit eine meiner Lebensdevisen: „Geht nicht, gibt es nicht!“

Die Lösung war schnell gefunden. Brief an die Genossenschaftsverwaltung, mit der Bitte um Bewilligung eines Beetes. Immerhin basiert die Idee des genossenschaftlichen Wohnens nicht nur auf der Beschaffung von preiswerten Wohnraum, sondern auch auf der Eigeninitiative der Genossenschaftsmitglieder. Die Genehmigung wurde, mit der Auflage eines späteren professionellen Rückbaus, erteilt.

Den darbenden Baum abgesägt und die Wurzeln entfernt. Für die Neuanpflanzung entschied ich mich für ein Hügelbeet (raised-bed), die sanft gerundeten Beete vergrößern die Anbaufläche, die Erde bleibt locker und ist mit organischem Dünger und Kompost ausreichend selbst versorgt. Äste, Holzreste, Grasschnitt, Papierrollen und Kieselsteine gesammelt sowie gute Erde gekauft. Meine Hügelbeet-Biomelange auf dem verdichteten Boden sah dann so aus: Zuerst die Äste und dann die Holzstückchen, Grasschnitt, die klein- geschnittenen Papierrollen und Kompost mit der Erde vermischt. Auf das Hochbeet ein paar schöne, robuste Pflanzen eingebracht und die Kieselsteine drum herum. Fertig.

Weil ich schon mal so schön in Schwung war, gleich noch ein weiteres Hochbeet angelegt. Bekommen sie vielleicht Lust es mir nachzumachen, es muss ja nicht gleich eine ganze Gartenanlage sein? Bitte tun sie ich doch keinen Zwang an ...

In der nächsten online Ausgabe: Das Wachstum

mit internet(t)en Grüßen. yola

>> webgalerie Der Umweltgarten




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